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Bilder
von der Steinkauz- und Schleiereulen-Exkursion im Bliesgau
Fotos: Marion Geib
Auf die Spuren des
Steinkauzes im Bliestal hatten sich die große Schar der Naturkundler
gemacht, und um der Nachteule im putzigen Miniaturformat gewahr zu werden,
war es nun einmal unumgänglich, die künstlichen Nisthilfen zu
inspizieren. Das geschah natürlich behutsam und unter der fachkundigen
Regie eines ausgewiesenen Fachmannes. Peter Mende, der nicht weniger als
170 Brutstätten für den kugelförmigen Vogel mit den großen
Augen betreut, führte die Teilnehmer der Exkursion zu den versteckten,
aber kauzträchtigen Winkeln der Region. Schauplatz der Natur-Tour,
die vom Altstadter Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit der saarpfälzischen
Volkshochschule und dem Zweibrücker Alpenverein durchgeführt
wurde, war der Bliesgau, die Umgebung von Walsheim genauer gesagt.
"Der Bliesgau
ist ein nahezu idealer Lebensraum für den Steinkauz, und speziell
in der ‚Parr’ gibt es die meisten Brutpaare. Im restlichen
Saarland freilich finden sich keine Steinkauz-Vorkommen", skizzierte
Mende die Konzentration der Art im Biosphärenreservat. Speziell uralte,
knorrige Obstbäume sind seinen Ausführungen zufolge für
die seltene Spezies unentbehrlich, und wenn diese sich dann noch in traditionellen
Streuobstwiesen befinden, bieten sich für den Vogel nahezu paradiesische
Verhältnisse. Der für sein Kauz-Engagement zuletzt mit dem saarländischen
Verdienstorden dekorierte Pfälzer (aus Zweibrücken-Wattweiler)
demonstrierte eindrucksvoll, dass er mit dieser Art in der Tat auf Du
und Du steht: Flugs öffnete er die ausgeklügelte Röhre
und holte mit geübter Hand den flaumigen Besatz heraus. Frisch aus
dem Ei gepellt und schon im ersten Federkleid, ließen sich die kuscheltierähnlichen
Knäuel auch in die Hand nehmen und Streicheleinheiten auch gerne
gefallen. Wie angewurzelt blieben die Eulchen just dort sitzen, wo sie
gerade platziert worden waren.
Natürlich gab
es obendrein auch eine ganze Menge Informationen über den Steinkauz
und seinen Lebensraum. Den Bestand im Bliesgau schätzte Mende auf
aktuell 60 Brutpaare, wovon 43 in den eigens installierten Röhren
zu Hause sind, während der Rest natürliche Baumhöhlen bewohnt.
Und dann demonstrierte er, wie die Beringung der Vögel vor sich geht.
„Sie bekommen so quasi ihren Personalausweis, mit dem sich nachvollziehen
lässt, wo die Vögel herumkommen“. Anhand der Beringung
konnte er beispielsweise nachweisen, dass ein Kauzweibchen aus Medelsheim
2002 in der Nähe von Stuttgart zur Welt gekommen ist und seit 2003
in der "Parr" eifrig für Nachwuchs sorgt. Am erfolgreichsten
für Nachwuchs habe in diesem Jahr ein Kauzpärchen in Rubenheim
gesorgt - sieben Junge habe er dort beringt. Aber nicht nur um den Steinkauz
kümmert sich Peter Mende, auch die Schleiereule liegt ihm am Herz.
Und auch deren Sprösslinge und zwar ebenfalls gleich sieben auf einen
Streich konnte er im Rahmen der Exkursion präsentieren und beringen.
Dass die beiden Altvögel alle Hände voll zu tun haben, um die
Nachkommenschaft satt zu bekommen, erläuterte Mende. „Jedes
Junge braucht pro Tag drei bis fünf Mäuse, und die Eltern müssen
sich auch selbst ernähren. Bei so einer Großfamilie sind also
ganz schön viele Mäuler zu stopfen, die ganze Nacht dreht sich
nur um die Beschaffung des Futters“. Um sich von diesen Strapazen
zu erholen, werde der Nachwuchs im eigens angebrachten Kasten tagsüber
sich selbst überlassen.
Text: Martin Baus
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